Anmerkungen zum Schnarchen

Neben all den wunderbaren Segnungen der Elektronik im Alltag, die uns so viel Arbeit abnimmt, uns kommunizieren und interagieren und produzieren lässt, hat sich mit der Entwicklung des Schlaflabors ein technologischer Fortschritt offenbart, der auch einmal jene Seite unseres Daseins in den Fokus nimmt, der – naturgemäß – eher wenig Raum in der bewußten öffentlichen Wahrnehmung einnimmt: Der Schlaf. Dieser wird nämlich immer wieder unterbrochen und verändert, vor allem das Schnarchen mit all seinen unangenehmen Eigenschaften gilt als Schlafstörer und gleichzeitiger Verursacher zahlreicher Krankheiten. Schwer zu glauben? Beileibe nicht, denn die Forschungen gerade im Schlaflabor bringen immer neue Erkenntnisse auch und gerade über das Schnarchen hervor und die Ergebnisse sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Infarkte oder Schlaganfälle können alle auf den durch das Schnarchen und damit durch eine behinderte Nachtruhe hervorgerufen werden. Die Erklärung dafür ist recht einfach, selbst wenn sie erst seit einiger Zeit auch wissenschaftlich und damit empirisch greifbar geworden ist: Schlafen regeneriert und lässt uns in gewissem Maße gesunden. Viele Körperprozesse laufen langsamer, einige aber sogar schneller ab. Die unterschiedlichen Schlafphasen, welche das Schlaflabor konstatiert, dienen vor allem genau jenem Gesundungsprozess, der für die Bewältigung des Tagespensums nötig ist. Werden sie durch Schnarchen und dazugehöriges Aufwachen permanent unterbrochen und in ihrer Entfaltung behindert, fühlen sich die Menschen schlapp, ja mit der Zeit sogar krank. Dazu gleich mehr. Auf der anderen Seiten sind vom Schnarchen immer auch die Nicht-Schnarcher betroffen, wenn diese neben ihrem schnarchenden Partner schlafen und aufgrund dessen Posaunenklängen einfach nicht zur Ruhe kommen. Deshalb ist eine Diskussion über das Schnarchen immer auch eine über die notwendigen Grundlagen des Schlafes und sollte auch so geführt werden.

 

Warum wir schnarchen

Es hilft leider nichts, aber jeder von uns ist garantiert schon mal einem anderen des Nachts auf die Nerven gegangen. Niemand ist vor dem Schnarchen gefeit! Das hängt mit der Struktur unserer Atmung zusammen, die sich natürlich über die beiden Kanäle Nase und Mund bewegt und die dabei auf einen möglichst unverstopften Durchzug baut. Was sich ein wenig kurios anhört, ist lebensnotwendig, denn wenn die Nase zum Beispiel verstopft ist, geht der Organismus automatisch zur Mundatmung über, die freilich auf Dauer keinen Idealzustand darstellt: Es kommt vermehrt zur Aufnahme von Bakterien, die im Mund- und Rachenbereich nichts zu suchen haben, zudem trocknen die Schleimhäute unangenehm aus. Das kennt jeder von der letzten Erkältung und das ist auch gelegentlich kein Problem. Schnarcher hingegen leiden überproportional oft darunter, bei ihnen ist die Muskulatur so schlaff, dass die Mundatmung zum Dauerzustand wird! Das Gaumensegel vibriert aufs Heftigste bei jedem Atemzug und verursacht die unangenehmen Geräusche. Nun kann dabei ein genetischer Effekt vorliegen, für den der Schnarcher einfach nichts kann, es kann aber auch auf den ungesunden Lebensstil zurückzuführen sein. So ist bekannt, dass Tabak natürlich die Schleimhäute austrocknet, das kann wohl jeder Raucher auch bestätigen. Alkohol hingegen hat einen ähnlichen Effekt und führt außerdem noch zu gestörten und durcheinander verlaufenden Schlafphasen. Es gibt auch Medikamente, die die Atmung behindern und die dadurch das Schnarchen ungemein begünstigen! Ein Blick auf die Packungsbeilage kann sich in solchen Fällen lohnen. Nicht zuletzt ebenfalls ursächlich: Übergewicht. Die Geißel des modernen Menschen behindert die Atmung ungemein, auch und gerade weil die Übergewichtigen bevorzugt auf dem Rücken liegen und schlafen, was wiederum der Atmung nicht sonderlich gut tut.

Neben all diesen zivilisatorischen Gründen kann auch die Scheidewand der Nase fehlgestaltet sein oder ein Problem im Rachen, etwa fehlende Spannung der dortigen Muskeln, vorlieren. In solchen Fällen hilft kaum ein Hausmittel gegen Schnarchen, vielmehr muss oft operiert werden. Hier ein Überblick über geeignete Maßnahmen gegen das Schnarchen.

 

Was sich machen lässt

Je nach Ursache des Schnarchens lassen sich eine ganze Reihe von Maßnahmen durchführen, um dem Problem Herr zu werden. An erster Stelle und am wenigstens schwierig ist sicher die Umstellung der persönlichen Lebensverhältnisse. Das meint natürlich nicht die Trennung vom (genervten) Partner, sondern die Einstellung aller Risikofaktoren: Rauchen, Trinken (besonders vor dem Schlafengehen) und Übergewicht müssen bekämpft werden. Mit allen Mitteln! Wer aufgrund der Einnahme von Arznei mit Schnarchen zu kämpfen hat, kann auf den Einsatz spezieller Schnarchschienen setzen, wobei das auch immer mit einem Mediziner abzusprechen ist. Sinnlos ist hingegen das Inhalieren irgendwelcher angeblich wirksamer Essenzen oder das Verwenden spezieller Sprays, zum Beispiel bei eher verstopfter Nasenatmung. Zwar kann sich das im Falle einer Erkältung für ein paar Tage lohnen, auf Dauer jedoch wird die Einnahme solcher zumeist abschwellender Sprays zum Problem: Sie können die Nasenschleimhaut gewissermaßen abhängig machen und die Abschwellung schließlich sogar behindern! Darauf sollten auch alle Patienten achten, die solche Sprays zur vorübergehenden Einnahme verschrieben bekommen.

Als man zu früheren Zeiten noch nicht über solch chemisch wirksamen Mittel verfügt, griff man ganz einfach zu radikaler Mechanik: Mittels einer Binde wurde der Mund einfach verschlossen, die Betroffenen mussten durch Nase Luft holen und ihr Körper hat das dann auch so durchgeführt. Freilich kann das eine echte Quälerei werden, weshalb sich heutzutage gerade die Schnarchspangen bewährt haben. Auch Schnarchpflaster können helfen, sind aber oft nicht sonderlich effektiv, da sie auf einen ähnlichen Weg wie die Sprays setzen. Bewährt hat sich hingegen die sogenannte Schnarchspange. Hier wird das Schnarchen verhindert indem eine Schiene dafür sorgt, dass der Unterkiefer nicht in Richtung Rachen rutsch. Die Atemwege haben mehr Platz und man kann freier atmen.

Wer zudem immer auf dem Rücken liegt und deshalb schnarcht, kann sich in der Apotheke einen Schnarchrucksack holen. Dieser ist mit harten oder eckigen Konturen gestaltet, die das Liegen auf dem Rücken beinahe unmöglich machen. Auch kann man an dieser Stelle einfach ein paar Tennisbälle in ein T-Shirt einnähen und schon liegt es sich auf der Seite viel besser.

Schwerwiegende Schnarchattacken hingegen erfordern ein wenig mehr Aufwand: Sind sie gar mit einer Schlafapnoe verbunden, was eine behinderte weil aussetzende Atmung umschreibt, ist auf jeden Fall der Einsatz einer zugegeben gewöhnungsbedüftigen Schlafmaske zu empfehlen. Diese sorgt mittels Drucksystemen für einen Ausgleich der Atmung und wird von den allermeisten Patienten gelobt und als sehr sinnvoll beschrieben. Klar, toll sieht das nicht aus, gerade im Ehebett, aber fast immer bringt die Schlafmaske echte und dauerhafte Erleichterung – für beide Schläfer im Bett! Getrennte Betten sind dann nicht mehr nötig.

Anderenfalls lässt sich auch eine Menge an Behinderungen operieren. Häufig wird zum Beispiel die Nasenscheidewand gerichtet, was kein Problem darstellt. Schwieriger ist es hingegen mit der Verödung des Gaumens oder der gänzlichen Entnahme des Zäpfchen – weshalb solche Operationen meist nur in den USA durchgeführt werden.